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    Mitarbeiterzeitschrift

    Immer mehr Unternehmen setzen auf Mitarbeiterzeitungen. Über Chancen, Beweggründe und auch Herausforderungen einer solchen Publikation berichtete Claus Faber im Rahmen einer Veranstaltung der Sachsenmetall in Radebeul. Das Thema: Die Mitarbeiterzeitung in der internen Kommunikation.
    wozu eine mitarbeiterzeitschrift?

    Niemand macht eine Mitarbeiterzeitschrift, wenn’s super läuft.

    Wenn eine Mitarbeiterzeitschrift eingeführt wird, hat das meist einen triftigen Grund. Pauschal festlegen lässt sich dieser zwar nicht, aber es gibt eine gute Handvoll Anlässe, ein eigenes Informationsmedium im Unternehmen zu etablieren. Denn eine Mitarbeiterzeitschrift löst immer ein bestehendes, kommunikatives Problem. Die Antwort auf die Frage, welches das ist, gibt gleichzeitig auch die Themenauswahl und die Machart vor.

    Jeder Zweite ist schlecht informiert

    Meist sind es Veränderungen innerhalb des Unternehmens, die es intern – aber dennoch breit gefächert – mitzuteilen gilt. Das kann sowohl eine neues Management sein, aber auch das schnelle Wachstum eines Unternehmens. Denn das wiederum kann dazu führen, dass sich der Abstand zwischen Geschäftsführung und Belegschaft so vergrößert, dass der Informationsfluss gestört oder gar unterbrochen wird. Auch das Zurückhalten von Informationen auf der mittleren Management-Ebene kann zu Unstimmigkeiten führen. Umfragen bestätigen das eindrucksvoll: Immerhin 60% aller Mitarbeiter fühlen sich schlecht informiert.

    Mehr Unterschiede sind kaum möglich

    Doch nicht immer liegt es daran, dass Infos absichtlich zurückgehalten werden. Größere Unternehmen mit Niederlassungen an verschiedenen Orten haben zusätzlich mit weiteren Problemen zu kämpfen. Immerhin ist es in einem weltweit tätigen Konzern nicht unüblich, dass Kollegen auf verschieden Kontinenten sitzen, in verschiedenen Zeitzonen leben und unterschiedliche Sprachen sprechen.
    Ein weitere Beweggrund, eine Mitarbeiterzeitschrift ins Leben zu rufen, kann auch der umgekehrte Fall sein: Das Unternehmen befindet sich in einer Phase, in der immer mehr Mitarbeiter abzuwandern drohen. Ob der Grund dafür eine Sanierung, eine Übernahme oder ein ganz anderer ist, sei dahin gestellt.

    Von innen nach außen

    Wichtig bleibt jedoch zu wissen, und vor allem zu beherzigen, dass Mitarbeiter auch Markenbotschafter und Botschafter des Unternehmens sind. Je zufriedener diese sind, desto positiver wird ihr Echo über das Unternehmen, in dem sie tätig sind, in ihrem Umfeld ausfallen. Gibt es also mitteilungsbedürftige Veränderungen in einem Unternehmen, sollten die Mitarbeiter die ersten sein, die davon erfahren. Denn Kommunikation innerhalb eines Unternehmens funktioniert immer von innen nach außen. Im Zentrum stehen die Mitarbeiter, gefolgt von Kunden und Lieferanten. Den äußeren Ring bildet letztlich die Öffentlichkeit, zu der unter anderem auch die Presse gehört.
    was leistet eine mitarbeiterzeitschrift?

    „Ich bin in der Zeitung“

    Kaum ein Kompliment klingt schöner, als wenn Mitarbeiter von „ihrer Zeitung“ sprechen. Nicht selten wird die persönliche Erwähnung in einem hauseigenen Magazin von Mitarbeitern als Ritterschlag empfunden. Je größer das Unternehmen ist, desto mehr verstärkt sich auch dieses Gefühl. Unter dem Strich lässt sich also feststellen, dass eine Mitarbeiterzeitung durchaus in der Lage ist, die Bindung zwischen Mitarbeitern und Unternehmen zu stärken.

    Nicht nur dabei, sondern mittendrin

    Gleichzeitig wird die Geschäftsführung nahbarer; Entscheidungsträgern wird ein Gesicht verliehen. Ein pauschales Kritisieren von „denen da oben“ ist ohne weiteres nicht (mehr) möglich. Gleichwohl werden sich Mitarbeiter stärker in Entscheidungsprozesse eingebunden fühlen, denn dank der Mitarbeiterzeitung sitzen sie direkt an der Informationsquelle. Und wer gut informiert ist, fühlt sich weniger hintergangen oder gar deplatziert. Das stärkt die Loyalität des Arbeitnehmers gegenüber dem Arbeitgeber. Damit wird auch dem Umstand Rechnung getragen, dass Mitarbeiter – gleich in welcher Position – immer auch Markenbotschafter sind. Je zufriedener, desto überzeugender – von sich, seiner Arbeit und seinem Arbeitgeber.
    was gehört in eine mitarbeiterzeitschrift?

    Alles, was Sie wollen

    Tageszeitungen und Magazine folgen einem festen Seitenlaufplan. Dieser ist mehr oder minder variabel. In welcher Reihenfolge sich die Themen indes wiederfinden, ist nicht vorgeschrieben. Dennoch gibt es Do’s und Don’ts, die auch für eine interne Publikation gelten. So sind zum Beispiel Erfolge am Markt ein wichtiger Bestandteil einer Mitarbeiterzeitung. Denn gerade in großen Unternehmen sind die Mitarbeiter ein zwar wichtiges, aber dennoch nur ein kleines Teil, des großen Ganzen. Zu sehen, was aus der geleisteten Arbeit geworden ist, beziehungsweise wie das fertige Produkt aussieht, macht die Beteiligten nicht zu Unrecht stolz. Besonders herausragende Projekte eigenen sich gut, um Titelthema und dementsprechend ausgeschmückt zu werden. Hier ist ein geeigneter Platz, um Mitarbeiter – und das muss keinesfalls immer der Vorarbeiter sein – im Detail vorzustellen.

    What‘s next? Der Plan für morgen!

    Auch erfolgreich akquirierte Großaufträge dürfen und sollten in der Mitarbeiterzeitung mitgeteilt werden. So können zum Beispiel anstehende Überstunden oder Sonderschichten langfristig angekündigt und die Motivation trotzdem angekurbelt werden. Je größer ein Unternehmen ist, desto schwerer fällt es Einzelnen, den Überblick zu wahren. „Haben wir in Brasilien jetzt 8 oder 9 Niederlassungen? Und gibt es das Büro in Nowosibirsk noch?“ könnten Fragen sein, die sich Mitarbeiter stellen. „Auf welchen Messen und Events sind Sie denn dieses Jahr vertreten“ hingegen eine, die Mitarbeitern von Außenstehenden wie Kunden oder Partnern gestellt werden könnten. Über den aktuellen Stand kann in der Mitarbeiterzeitung gezielt informiert werden.

    Das Problem vom Hören-Sagen

    Doch eine solche Publikation ist nicht ausschließlich dazu da, Selbstbeweihräucherung zu betreiben. Auch die Schattenseiten des Unternehmertums dürften, sollten oder gar müssen sich darin wiederfinden. Verlassen wichtige Personen das Unternehmen – aus welchen Gründen auch immer? Müssen Standorte geschlossen werden? Hat das Unternehmen Rechtstreitigkeiten nicht für sich entscheiden können? Genau diese Themen bilden oft den Nährboden für Gerüchte – sofern Mitarbeiter Informationen nicht aus erster Hand und vor allem sicherer Quelle – in diesem Falle schwarz auf weiß – erhalten.

    Stellen intern ausschreiben

    In einem Zehn-Mann-Betrieb können Wünsche nach beruflichen Veränderungen noch auf kurzem Dienstweg geklärt werden. Bei 100 Mitarbeitern wird dies schon schwieriger, jenseits der Eintausender-Marke nahezu unmöglich. Bei solchen Unternehmensgrößen kann man jedoch davon ausgehen, dass es mehrere Niederlassungen – zumindest aber Abteilungen – gibt. Stellen, die frei sind, frei werden oder unter Mitarbeitern getauscht werden können, haben in einer Mitarbeiterzeitung ebenso eine Daseinsberechtigung wie Mitteilungen über Veränderungen im Management.
    wie ist eine mitarbeiterzeitschrift gemacht?

    Zu 100% Ihr Unternehmen

    Wer Ihre Mitarbeiterzeitung liest, wird erkennen, dass diese von Ihrem Unternehmen herausgegeben wird. Dass das so ist, liegt sowohl an der Gestaltung, als auch an der gesamten Machart. Denn im Zuge der integrierten Kommunikation folgt auch die Mitarbeiterzeitung der Corporate Identity – und damit dem Corporate Design ebenso wie der Corporate Language. Während in ersterer das Erscheinungsbild festgelegt ist, regelt die Corporate Language den Sprachstil. Mit welchen Worten in einer Mitarbeiterzeitung kommuniziert wird, ist dabei von Unternehmen zu Unternehmen verschieden. Gerade diese macht eine solche Publikation – neben den Inhalten – aber erst zu einem Unikat.

    Offen und ehrlich

    Ein besonderes Kriterium ist aber Offenheit und Dialogbereitschaft. Guter Journalismus zeichnet sich dadurch aus, neutral zu berichten und neben Positivem auch Missstände zu benennen. Selbstverständlich muss eine Mitarbeiterzeitung nicht investigativ tätig werden und dadurch Skandale heraufbeschwören. Doch Schlechtes sollte keinesfalls verheimlicht werden. Vielmehr liegt die Kunst darin, sich solchen Themen mit analytischem Sachverstand zu nähern. Das ermöglicht es allen Beteiligten, aus Fehlern zu lernen und es zukünftig besser zu machen. Auf der anderen Seite darf Gutes selbstredend gern herausgestellt werden.